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Kinderschutzbund Mettmann ebnet Jugendlichen den Weg ins Berufsleben

Seit fünf Jahrzehnten begleitet der Kinderschutzbund Mettmann sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg - von der Grundschule bis zum Schulabschluss. In zwei Einrichtungen werden jeweils rund 25 Schülerinnen und Schüler von zwei hauptamtlichen Fachkräften und zahlreichen Ehrenamtlichen unterstützt. Die Bilanz spricht für sich: Jahr für Jahr erreichen über 90 Prozent der betreuten Kinder und Jugendlichen ihr Klassenziel.

 

Doch der Kinderschutzbund denkt weiter. Denn mit dem Schulabschluss endet die Unsicherheit vieler junger Menschen nicht - sie beginnt oft erst richtig. Seit einigen Jahren widmet sich Thomas Hansen, ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mitglied im Beirat des Kinderschutzbundes, genau dieser entscheidenden Phase: der Berufsorientierung und dem Bewerbungsprozess. "Wir haben bei unserer Arbeit gemerkt, dass viele Jugendliche bei der Berufswahl wie vor einer unüberwindlichen Wand stehen", sagt Hansen. "Sie brauchen nicht nur Informationen, sondern konkrete Hilfe beim Machen."

 

Vom ersten Interesse bis zum Vorstellungsgespräch - Schritt für Schritt begleitet

Der Weg beginnt für jeden Jugendlichen mit einer grundlegenden Frage: Was interessiert mich eigentlich? In Einzelgesprächen, kleinen Übungen und alltagsnahen Beispielen unterstützt Hansen die jungen Menschen dabei, ihre Neigungen und Stärken zu erkennen und mit möglichen Berufsfeldern abzugleichen.

 

Im zweiten Schritt geht es darum, Orientierung im Dschungel der Möglichkeiten zu finden: Welche Berufe passen zu diesen Interessen? Welche Einstiegsmöglichkeiten gibt es? Welche Unternehmen oder Institutionen bilden aus? Gemeinsam werden Branchen erkundet, Betriebe recherchiert und realistische Perspektiven entwickelt.

 

Anschließend folgt die praktische Arbeit: Berwerbungsunterlagen erstellen, Lebensläufe strukturieren, Anschreiben formulieren und alles passgenau auf konkrete Ausbildungsangebote zuschneiden. Viele Jugendliche erleben hier zum ersten Mal, wie professionell gestaltete Unterlagen aussehen - und wie viel Selbstbewusstsein das geben kann. Wird ein Jugendlicher schließlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, beginnt der vierte Schritt: die Vorbereitung. In Rollenspielen werden typische Fragen geübt, Körpersprache reflektiert und Unsicherheiten abgebaut. "Das nimmt enorm viel Druck", berichten viele der Jugendlichen.

 

Erfolgsgeschichten, die Mut machen

Dass dieser Ansatz wirkt, zeigen zahlreiche Beispiele. Aische, heute 21 Jahre alt, hat ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau mit Bravour abgeschlossen. "Die Unterstützung vom Kinderschutzbund war sehr konkret und hat mir die Furcht vor dem Bewerbungsprozess genommen. Besonders die Rollenspiele vor den Gesprächen haben mir Sicherheit gegeben."

 

Ähnlich berichtet Aysima, 19 Jahre alt, die eine Ausbildung zur Arzthelferin begonnen hat: "Allein herauszufinden, was ich nach der Schule machen wollte, war ein großer Schritt. Der Kinderschutzbund war dabei mein Sparringspartner."

 

"Konkrete Hilfe statt nur Ratgeber"

Für Thomas Hansen ist klar, warum die Unterstützung so wirksam ist: "Es gibt viele Broschüren und Bücher über Berufswahl und Bewerbung. Aber unsere konkrete Hilfe beim Tun - das ist es, was die Jugendlichen wirklich weiterbringt und ihnen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben ermöglicht."

 

Der Kinderschutzbund Mettmann zeigt damit eindrucksvoll, wie nachhaltige Kinder- und Jugendarbeit aussehen kann. nicht nur begleiten, sondern befähigen. Nicht nur beraten, sondern stärken. Und vor allem: jungen Menschen Perspektiven eröffnen, die sie aus eigener Kraft oft nicht erreichen könnten.