Projekt Lese- und Sprachförderung
In Deutschland haben viele Kinder und Jugendliche große Defizite beim Lesen.
Nach dem Schock der ersten Pisa-Studie im Jahre 2000, nach der fast jeder vierte Schüler Schwächen in der Lesekompetenz aufwies, gab es im Jahre 2015 eine erneute Studie. Danach ist die Lesekompetenz der 1Sjährigen zwar deutlich angestiegen, jedoch betrifft die Leistungssteigerung nicht alle Gruppen gleichermaßen. Denn die durchschnittliche Lesekompetenz der Jugendlichen an nicht-gymnasialen Schularten unterscheidet sich deutlich von der Lesekompetenz der Schüler an Gymnasien. Nach einer Studie, die 2017 an Grundschulen durchgeführt wurde, kann auch fast jeder fünfte Viertklässler nur unzureichend lesen. Viele Lehrer und Lehrerinnen stellen seit vielen Jahren in allen Fächern und an fast allen Schularten fest, dass Schüler/innen große Probleme beim Lesen und insbesondere beim Verstehen von Texten haben. Dies betrifft vor allem Kinder, die wenig Unterstützung aus dem elterlichen Zuhause erfahren.
In einer Studie der OECD wird Lesekompetenz definiert als ,,die Fähigkeit geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen, über sie zu reflektieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um eigene Ziele zu erreichen...".
Lesekompetenz wird weiterhin als eine ,,Schlüsselqualifikation für jede Art von Wissenserwerb" definiert, die die persönliche Entwicklung fördert, zu besseren Schulnoten und besseren Bildungsabschlüssen führt.
Das Ziel der Leseförderung ist, dass Kinder Unterstützungsmaßnahmen erhalten, durch die sie in die Lage versetzt werden, altersgerechte Text sinnentnehmend lesen zu können. Lesekompetenz ist nach einer Definition der Pisa-Studie ein ,,aktives Auseinandersetzen mit Texten", Dies bedeutet, dass durch die Leseforderung die Freude am Lesen und an der Auseinandersetzung mit der Sprache geweckt werden soll. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, zeigen oft bessere schulische Leistungen und entfalten soziale Kompetenzen wie Empathie, Verantwortung und Gerechtigkeitssinn. Im besten Fall sollte das Lesen einen festen Platz im Alltagsleben der Kinder, Jugendlichen und Familien haben.
Auch bei den Kindern, die bisher vom Kinderschutzbund individuell in der Hausaufgabenbetreuung gefördert wurden, konnten unsere Ehrenamtler/innen und pädagogischen Mitarbeiter/innen einen Mangel an Lesekompetenz feststellen. In einem Projekt zwischen DKSB und dem Rotary Club Mettmann soll bei Kindern die Freude am Lesen und an der Sprache geweckt werden, indem sie über einen längeren Zeitraum und mindestens zweimal pro Woche eine kompetente Leseförderung von einer geschulten und erfahrenen Mitarbeiterin erhalten.